Ist der Router vom Anbieter das Problem?
Die Box vom Anbieter ist leicht zu beschuldigen. Manchmal zu Recht. Oft liegt das Problem aber am Standort. So unterscheidest du beides.
In diesem Ratgeber
Fast alle starten mit dem Router, den der Anbieter schickt. Ist das WLAN schlecht, ist er der naheliegende Verdächtige: kostenlos, aus Plastik, meist ein paar Jahre alt. Manchmal stimmt das. Genauso oft würde ein brandneuer Router am selben Platz nicht besser abschneiden.
Zeichen, dass der Router selbst die Grenze ist
- Er ist alt. Kann er nur Wi-Fi 4 (802.11n) oder frühes Wi-Fi 5, ist er tatsächlich langsamer und kommt mit vielen Geräten schlechter klar als aktuelle Modelle.
- Das WLAN ist sogar direkt daneben langsam, während ein per Kabel verbundenes Gerät das volle Tarif-Tempo bekommt.
- Viele Geräte überfordern ihn. Mit zwei Handys ist alles gut, wenn die ganze Familie da ist, bricht es ein.
- Er startet neu, hängt oder wird heiß und braucht alle paar Tage einen Neustart.
- Ihm fehlen Einstellungen, die du brauchst, etwa getrennte Bandnamen oder das Abschalten des WLANs.
Zeichen, dass es am Standort liegt
- Nah am Router schnell, in entfernten Räumen schwach. Jeder Router wird mit Entfernung und Wänden schwächer. Ein besserer verschiebt die Grenze etwas, er schafft sie nicht ab.
- Er steht im Schrank, auf dem Boden oder in einer Ecke. Siehe Router im Schrank.
- Es wird besser, wenn du ihn umstellst, auch nur provisorisch mit einem langen Kabel.
Ein Zwei-Minuten-Test
- Schließ einen Laptop per Kabel an und miss die Geschwindigkeit: Das ist deine Leitung.
- Stell dich mit dem Handy einen Meter vor den Router und miss erneut: Das ist das WLAN des Routers im besten Fall.
- Geh ins Problemzimmer und miss noch einmal.
Liegt Schritt 2 weit unter Schritt 1, ist das WLAN des Routers der Engpass. Ist Schritt 2 gut und Schritt 3 schlecht, geht es um Abdeckung, und Umstellen oder ein Knoten helfen mehr als ein Austausch. Siehe volle Balken, trotzdem langsam.
Wenn du einen eigenen dazunimmst
- Frag zuerst den Anbieter. Viele tauschen eine alte Box kostenlos oder günstig gegen ein aktuelles Modell.
- Behalte die Box des Anbieters als Modem, schalte ihr WLAN ab und verbinde deinen Router oder dein Mesh-System per Kabel.
- Vermeide zwei Router, die sich in die Quere kommen. Bietet die Anbieter-Box einen Bridge- oder Modem-Modus, nutze ihn. Wenn nicht, funktioniert dein Router trotzdem dahinter, aber manches, etwa Konsolen oder Portfreigaben, braucht dann zusätzliche Einstellungen.
- Stell deinen Router dorthin, wo WLAN gebraucht wird, nicht neben die Anbieter-Box. Das Kabel dazwischen darf lang sein. Siehe Router-Standort und Repeater oder Mesh.
Nach Fakten entscheiden
Ein neuer Router ist gut investiert, wenn der alte die Grenze ist, und verschwendet, wenn es der Platz ist. WiFi Heatmap misst deine Wohnung mit dem aktuellen Aufbau: Zeigt die Karte gute Abdeckung nah am Router und schwache weit weg, liegt die Lösung im Standort oder in einem Knoten. Ist sie überall mittelmäßig, auch aus der Nähe, ist der Router das schwache Glied.