WLAN und Wände: was das Signal wirklich bremst

Nicht jede Wand ist gleich: Trockenbau merkt man kaum, eine Stahlbetonwand beendet die Diskussion. So erkennst du, was bei dir im Weg steht.

Aktualisiert am · 2 Min. Lesezeit

In diesem Ratgeber
  1. Was die Materialien ungefähr kosten
  2. Der versteckte Faktor: der Winkel
  3. 2,4 GHz und 5 GHz durch Wände
  4. Was zu tun ist, der Reihe nach
  5. Finde heraus, welche Wand dich ausbremst

WLAN kommt durch Luft gut voran und durch Material schlecht. Jede Wand, jede Decke und sogar Möbel nehmen sich ein Stück vom Signal, und die Stücke sind sehr unterschiedlich groß. Deshalb versorgt derselbe Router ein Holzhaus komplett und ist in einem Altbau zwei Zimmer weiter am Ende.

Was die Materialien ungefähr kosten

Vom Harmlosen zum Bösartigen:

  • Trockenbau, Holz, Glas: kleiner Verlust, mehrere davon sind kein Problem.
  • Hochlochziegel, Porenbeton: spürbarer Verlust, der sich über zwei, drei Wände summiert.
  • Vollziegel, Naturstein, dicker Putz: starker Verlust.
  • Stahlbeton: sehr starker Verlust. Die Bewehrung wirkt wie ein Schirm.
  • Fliesen auf gemauerter Wand, typisch in Küche und Bad: starker Verlust.
  • Metall: Kühlschränke, Sicherheitstüren, Stahlschränke, Heizkessel, Aufzugsschächte. Metall dämpft nicht, es reflektiert.
  • Dämmung mit Alukaschierung und Fußbodenheizung: die häufigste Überraschung in sanierten Häusern, weil eine ganze Decke oder ein ganzer Boden zum Schirm wird.
  • Spiegel und große Aquarien: Spiegel sind metallbeschichtet, und Wasser schluckt besonders das 2,4-GHz-Band.

Der versteckte Faktor: der Winkel

Ein Signal, das senkrecht auf eine Wand trifft, durchquert die geringstmögliche Dicke. Trifft es sehr schräg auf, legt es im Material ein Vielfaches zurück. Deshalb ist ein diagonal gegenüberliegendes Zimmer viel schlechter versorgt als ein gleich weit entferntes in gerader Linie. Und deshalb kann es alles ändern, den Router einen Meter an der Wand entlang zu verschieben.

Für Etagen gilt dasselbe: Der beste Weg nach oben führt meist durchs Treppenhaus, nicht durch die Betondecke.

2,4 GHz und 5 GHz durch Wände

  • 2,4 GHz kommt besser durch Wände und weiter, ist aber langsamer und voller Nachbarnetze.
  • 5 GHz ist schneller und sauberer, verliert in Wänden aber deutlich mehr.
  • 6 GHz (Wi-Fi 6E/7) ist noch schneller und noch kurzreichweitiger.

Für ein Zimmer hinter zwei gemauerten Wänden ist eine stabile 2,4-GHz-Verbindung oft mehr wert als eine abreißende 5-GHz-Verbindung. Die meisten Router entscheiden selbst; wenn das entfernte Zimmer aber Probleme macht, ist 2,4 GHz dort eine Lösung und keine Niederlage.

Was zu tun ist, der Reihe nach

  1. Router umstellen, auch nur ein Stück: raus aus dem Schrank, hoch vom Boden, weg vom Kühlschrank und aus der Ecke. Siehe Router-Standort.
  2. Den Weg frei machen. Stell ihn in die Nähe der Zimmertür, damit das Signal durch Tür und Flur läuft statt durch die Wand hinter dem Sofa.
  3. Für das entfernte Zimmer das passende Band wählen, wenn dein System das erlaubt.
  4. Gegen Stahlbeton hilft kein Funk. Liegt eine bewehrte Wand oder eine Fußbodenheizung dazwischen, kommt kein Router und kein Repeater hindurch. Bring die Verbindung per Kabel, MoCA oder Powerline auf die andere Seite und setze dort einen Access Point.

Finde heraus, welche Wand dich ausbremst

Dämpfungswerte in Artikeln sind Mittelwerte. Deine Wand ist deine Wand: Sicherheit gibt nur eine Messung auf beiden Seiten. Miss Raum für Raum, und die Karte zeigt, wo das Signal abstürzt. Genau dort liegt die Wand, die du umgehen musst, oder neben der ein Repeater stehen sollte.

WiFi Heatmap macht das auf dem iPhone: ein Grundriss deiner Wohnung, eingefärbt danach, wie sich die Verbindung in jedem Raum wirklich verhält. So siehst du die Wand, die dich das Schlafzimmer kostet.