Schwaches WLAN im Obergeschoss: warum Decken mehr bremsen als Wände

Zwei Zimmer weiter auf derselben Etage ist das WLAN gut. Eine Etage höher nicht. Warum Geschossdecken so hart zum WLAN sind und was du tun kannst.

Veröffentlicht am · 2 Min. Lesezeit

In diesem Ratgeber
  1. Warum eine Decke schlimmer ist als eine Wand
  2. Zuerst die kostenlosen Maßnahmen
  3. Wenn das nicht reicht
  4. Beide Etagen messen, nicht nur das schlechte Zimmer

Das ist eine der häufigsten Klagen in Häusern mit zwei Etagen: Der Router steht im Erdgeschoss, die Schlafzimmer sind oben, und das Signal, das unten locker durch zwei Wände geht, kommt kaum durch die Decke.

Warum eine Decke schlimmer ist als eine Wand

Sie ist dicker und dichter. Eine Innenwand ist oft Trockenbau oder leichtes Mauerwerk. Eine Geschossdecke ist in vielen Häusern Stahlbeton mit Bewehrung, dazu Estrich, Dämmung und nicht selten eine Fußbodenheizung. Mit Alu-kaschierter Dämmung wird die Decke zum Schirm.

Der Winkel ist ungünstiger. Ein Router in einer Ecke im Erdgeschoss erreicht das Schlafzimmer auf der gegenüberliegenden Seite oben in einem flachen Winkel. Flach heißt: Das Signal durchquert viel mehr Decke als ihre eigentliche Dicke.

Router-Antennen strahlen lieber zur Seite. Die meisten Router haben Antennen, die wie ein plattgedrückter Donut abstrahlen: kräftig zur Seite, schwach senkrecht nach oben und unten. Ein Router mit allen Antennen senkrecht schickt genau dorthin am wenigsten, wo die obere Etage liegt.

Zuerst die kostenlosen Maßnahmen

  • Router höher stellen. Auf einem hohen Regal oder Schrank ist er näher an der Decke und hat einen besseren Winkel nach oben.
  • Richtung Hausmitte rücken, am besten unter die oberen Räume, die du am meisten nutzt, nicht in eine entfernte Ecke.
  • Das Treppenhaus nutzen. Ein Router nahe der Treppe schickt viel Signal durch den offenen Raum nach oben statt durch den Beton.
  • Eine Antenne kippen. Hat der Router Außenantennen, stell eine oder zwei schräg oder waagrecht. Das verlagert einen Teil der Abdeckung von der Seite nach oben. Ausprobieren und messen, das Ergebnis hängt vom Router ab.
  • Raus aus dem Schrank. Ein niedrig im Möbel versteckter Router verliert nach oben besonders viel.

Wenn das nicht reicht

  • Ein Knoten oben an der Treppe. Für Mesh oder Repeater ist der Treppenabsatz meist der beste Platz: Er hört den Router über das Treppenhaus noch gut und versorgt die Räume drumherum. Siehe Repeater richtig platzieren.
  • Ein verkabelter Access Point oben. Kannst du ein LAN-Kabel nach oben bringen, bekommt die ganze Etage volles WLAN. Oft gibt es ein Leerrohr oder einen Weg entlang der Installationen.
  • Neuen Router nur, wenn der alte wirklich alt ist. Ein neuer Router kommt nicht besser durch Beton. Umstellen oder ergänzen hilft, ersetzen am selben Platz selten.

Für das Gesamtbild siehe wie viele Mesh-Nodes du brauchst.

Beide Etagen messen, nicht nur das schlechte Zimmer

Probleme oben betreffen selten nur ein Zimmer. Eine Karte beider Etagen zeigt, ob das ganze Obergeschoss schwach ist (die Decke ist das Problem) oder nur die hintere Ecke (die Entfernung). Mit WiFi Heatmap misst du jede Etage einzeln auf dem iPhone, stellst Router oder Knoten um und vergleichst die neue Karte mit der alten.