Powerline: wann es funktioniert und wann nicht
Einer an die Steckdose beim Router, einer ins entfernte Zimmer, und das Internet läuft durch die Stromleitung. Manchmal großartig. Manchmal schlechter als WLAN.
In diesem Ratgeber
Powerline-Adapter, oft auch dLAN genannt, versprechen ein Kabel ohne Kabel: Einer steckt neben dem Router, einer in dem Zimmer, das Internet braucht, und die Daten laufen durch die Stromleitung. Manche schwören darauf, andere schicken sie nach einer Woche zurück. Beide haben recht, denn das Ergebnis hängt fast nur von deiner Elektroinstallation ab.
So funktioniert es
Der erste Adapter hängt per LAN-Kabel am Router und schickt die Daten als hochfrequentes Signal über den Stromkreis. Der zweite nimmt es auf und macht wieder Ethernet daraus, oder WLAN, wenn er einen Access Point eingebaut hat.
Die Zahlen auf der Packung (600, 1200, 2400) beschreiben den Idealfall auf idealer Leitung. Real bleibt meist nur ein Bruchteil übrig, und der schwankt von Steckdose zu Steckdose im selben Haus.
Wann Powerline gut funktioniert
- Gleicher Stromkreis, neuere Installation. Zwei Steckdosen im selben Stromkreis einer halbwegs modernen Installation liefern meist gute, stabile Werte.
- Direkt in der Wandsteckdose. Die Adapter brauchen die Wand, keine Steckdosenleiste.
- Wände oder Decken, durch die WLAN nicht kommt. Stahlbeton, Naturstein oder eine Decke mit Alu-Dämmung stoppen WLAN, aber nicht die Stromleitung. Hier spielt Powerline seine Stärke aus.
- Ein einzelnes entferntes Zimmer oder ein Nebengebäude am selben Zähler.
Wann es enttäuscht
- Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz und Verlängerungen. Sie filtern genau die Frequenzen, die Powerline nutzt.
- Verschiedene Stromkreise oder Phasen. Steckdosen auf getrennten Sicherungen oder auf verschiedenen Phasen des Drehstroms können auf einen Bruchteil einbrechen.
- Alte oder sehr lange Leitungen, oder ein Weg, der zweimal über den Sicherungskasten läuft.
- Störende Geräte. Ladegeräte, LED-Treiber, Waschmaschinen und manche Netzteile streuen Störungen ein. Tempo, das einbricht, sobald die Waschmaschine läuft, ist das klassische Zeichen.
- Getrennte Zähler. Zwei Wohnungen oder ein separat gezähltes Nebengebäude sprechen in der Regel nicht miteinander.
Powerline mit WLAN oder Powerline plus Access Point
Ein Set mit WLAN im zweiten Adapter ist bequem, aber der Adapter sitzt auf Steckdosenhöhe, oft hinter Möbeln. Braucht das entfernte Zimmer gutes WLAN, versorgt ein einfacher Powerline-Adapter mit einem richtigen Access Point oder verkabelten Mesh-Knoten, hoch und frei aufgestellt, meist besser.
So testest du, bevor du dich festlegst
- Steck beide Adapter im selben Raum ein und koppel sie. Das ist dein Bestwert.
- Steck den zweiten im entfernten Zimmer direkt in die Wand.
- Prüf dort die Verbindung, und prüf sie zu einer anderen Tageszeit noch einmal, mit laufenden Geräten.
Ist das Zimmer gut und stabil, behalte es. Morgens gut und abends schlecht heißt: Störungen in der Leitung, dann sind Mesh oder ein echtes Kabel verlässlicher. Siehe Repeater oder Mesh für die Alternativen.
Das Zimmer ansehen, nicht nur den Adapter
Die LEDs am Adapter zeigen, dass die Verbindung steht, nicht wie sich das WLAN am Schreibtisch oder im Bett anfühlt. WiFi Heatmap misst das entfernte Zimmer vor und nach dem Adapter, so siehst du, ob das ganze Zimmer besser wurde oder nur die Ecke mit der Steckdose.